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Nostalgie: Rückblick auf syrische Erinnerungen

Ob all diesen schlimmen Kriegswirren nah und fern, öffne ich als Gründerin vom Kinderhilfswerk NOAH mein privates Fotoalbum, mit vielen schönen Geschichten und Erfahrungen aus dem von mir viel bereisten Syrien. Man kann schon sagen, nostalgischer Wehmut schwingt mit dabei, viele Fragen stelle ich mir, die so niemand richtig beantworten kann, schon gar nicht auf neutraler Ebene. Als junger Mensch habe ich dieses Land das erste Mal bereist, also vor ca. 30 Jahren das erste Mal. Rein politisch herrschte die gleiche Familie über dieses so schöne Land, wie heutzutage.

Damals war ich eine der ganz wenigen Touristen, die in diesem Land rumreisten und es war die Reise meines Lebens, so eindrücklich, spannend, wunderschön, gastfreundlich und verschieden - verschieden bezüglich den Landschaften, der darin lebenden Menschen mit ihren verschiedenen Religionen und kulturellen Hintergründen - man konnte sich satt sehen und hören an all den Eindrücken und ich möchte euch mitnehmen auf eine kleine Reise in ein ganz anderes Gebiet, ausserhalb unserer Operationsbasis vom Kinderhilfswerk NOAH in der Region Idlib und entführe euch in das damals so genannte schönste Dorf

von Syrien - nach Ma'alula! Ma' alula ist ein aramäisches Wort und heisst "Tor"! Tor, weil es fast wie im berühmten Petra (Jordanien) einen Weg innerhalb eines Felsspalts ist, welcher eine Verbindung zwischen den Klöstern im Dorf zum oberen Kloster griechisch-katholische Mar Sarkis war und auch als Versteck in Kriegszeiten diente. Dieses Dorf ist ein christliches Dorf, das Aramäische wurde oder wird immer noch dort gesprochen.

Beeindruckend war das Kloster der griechisch-orthodoxen Nonnen, das Kloster der heiligen Thekla! Thekla war eine Seleukidenprinzessin, die nicht den ihr versprochenen Mann heiraten wollte, sich von Paulus taufen liess und dann vor ihren Eltern fliehen musste, wegen beiden Vergehen. Auf ihrer Flucht stand sie vor der verschlossenen Felswand und flehte Gott um Hilfe an, wobei dieser dann diesen Spalt in den Felsen trieb, gerade breit genug für die Prinzessin aber nicht für einen verfolgenden Reitertross.

Man sieht auf diesem schmalen Felsendurchgang immer wieder oberhalb kleine Höhlen, die früher als Verstecke dienten und auch sonst sieht man in Syrien viele Höhlen, die schon immer als Wohnraum oder Versteck benutzt wurden. Heute wie früher gab es immer Gründe dafür - leider! Und leider leiden im momentanen Konflikt und speziell auch wegen den Sanktionen gegenüber diesem Land, viele Menschen an der galoppierenden Inflation und natürlich immer noch am Krieg selber. Beides zusammen ist eine unvorstellbar schwierige Situation. Die Menschen, die Zivilisten sind entzweit worden, wo einst gemeinsames Leben zwischen verschiedenen Kulturen normal war und gelebt wurde, zeigt sich nur noch die Einöde einzelner kulturellen Ansichten immer auf ein jeweiliges Gebiet beschränkt - so ist mein Gefühl! Das was früher den Charme Syriens ausgemacht hat, ist fast untergegangen durch den Krieg, durch die Trennung in der Gesellschaft, durch die fanatische Zerstörung kultureller Denkmäler - die Wurzeln der Syrer sind angegriffen. Wir, vom Kinderhilfswerk NOAH wollen die Wurzeln wieder zum Spriessen bringen, wir wollen auf unsere Art diese wieder zum Leben erwecken und starten damit ein Versuch auch in einer anderen Region zu helfen - dort arbeiten wir mit einem protestantischen Sozialhelfer, welcher ein persönlicher Bekannter von einem Vorstandsmitglied ist, zusammen, der nach unseren Angaben sorgfältig und neutral notleidende Kinder ausgesucht hat, die ebenfalls dringendst unsere Unterstützung nötig hätten. Helft uns diesen syrischen Baum der vielen verschiedenen Wurzeln und Verzweigungen zum Blühen zu bringen. Link zum Projekt!





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